Es ist nicht leicht ein Feinschmecker zu sein...

01.03.2016 16:40 | Der Apropos-Geschenk(e)-BLOG

 

Manche Dinge will man als Genussmensch eigentlich gar nicht wissen. Die Aufgeklärtheit unserer Generation ist manchmal ein echtes Kreuz. So war ich noch vor einigen Jahren fest davon überzeugt, dass ein Schnäpschen nach dem Essen meinem Magen gut tut und den Verdauungsvorgang fördert. Heute weiß ich, dass es sich dabei um einen großen Irrglauben handelte. Die "Käsefondue-Studie" hats bewiesen. Alkohol beim und nach dem Dinner ist alles andere als förderlich für einen reibungslosen Ablauf im Verdauungstrakt. Wenn überhaupt, dann darf es ein Sherry oder Prosecco sein, den man natürlich zur rechten Zeit zu sich nimmt. Z.B. als Aperitif etwa 30 Minuten vor dem Essen. Die darin enthaltenen Bitterstoffe regen vor allem die Zersetzung von Fett im Magen an. Den gleichen Effekt hat übrigens auch eine Tasse Espresso. Nun gut, wenigstens das Kaffeetrinken ist uns also noch vergönnt. Doch dem Kaffee wird ja nun wieder eine dehydrierende Wirkung nachgesagt. Und tatsächlich wird einem schon einmal "schummrig", wenn man mehrere Tassen Kaffee zu sich genommen hat. Das liegt jedoch nicht am Wasserentzug sondern am Koffein. In Wahrheit macht es nur einen verschwindend geringen Unterschied ob Sie die gleiche Menge Wasser oder Kaffee trinken. Zumindest was den Feuchtigkeitshaushalt Ihres Körpers betrifft. Um diesen in Form zu halten werden wir stets vor zu viel Fett gewarnt. Aber gerade das ist doch für einen Gourmet unabdinglich – es ist der beste Geschmackstransporter, den man sich vorstellen kann. Auch hier kann man ein Stück weit Entwarnung geben, denn „Fett ist nicht gleich Fett“ und Fett ist nicht grundsätzlich schlecht für die Gesundheit. Die Alarmglocken schrillen, wenn von den gesättigten Fetten die Rede ist, welche überwiegend in tierischen Produkten vorkommen (z.B. Fleisch oder Milch). Gut hingegen ist pflanzliches Öl, da es die ungesättigten Fettsäuren enthält. Fett macht auch nicht zwangsläufig dick. Es hat lediglich einen sehr hohen Energiegehalt und liefert weitaus mehr Kalorien als die gleiche Menge an Kohlenhydraten. Diese wiederum machen im Gegensatz zum Fett eher satt und verleiten nicht dazu größere Mengen zu vertilgen, die der Körper dann nicht mehr abbauen kann.
Apropos Kalorien: Was ist eigentlich mit meiner geliebten Flasche Bier? Muss ich mich vor einem Bierbauch hüten? Nun ja, das Bier hat zugegeben mehr Kalorien als ein Glas Wasser, aber andrerseits auch nicht mehr als ein Glas Saft oder Halbfett-Milch. Erneut steckt der Teufel im Detail... äh... ich meine natürlich Alkohol, denn der regt den Appetit an.  

Herrje… Wissen Sie was? Wir brechen hier lieber ab und ich werde Ihnen etwas verraten: Ich werde auch in Zukunft nach dem Essen meinen Cognac, Grappa oder Whisky trinken und ich werde ebenfalls nicht ausschließen, dass es nach einem besonders guten Essen möglicherweise zwei Gläser werden könnten. Es ist doch wie bei allen Dingen: „Das Maß ist entscheidend!“ Wenn ich in meiner Zeit als Verkäufer von hochwertigen Geschenken etwas gelernt habe, dann das Folgende: „Lieber etwas weniger und dafür etwas Gutes!“ oder wie der italienische Dichter und Denker Giovanni Boccacio gesagt haben soll:

"[Es ist] besser zu genießen und zu bereuen, als zu bereuen, dass man nicht genossen hat."



Verfasser: BP
 

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