Apropos Lexikon

A

Aperitif: (lat. aperire = „öffnen“) ist häufig ein trockenes, alkoholhaltiges Getränk, welches den Gästen vor dem eigentlichen Essen gereicht wird um eine lockere Atmosphäre und angenehme Stimmung zu begünstigen. Im hiesigen Wortschatz spricht man in der Regel vom „Aperitif“, der beim feierlichen Dinner angeboten wird um die Wartezeit auf den Beginn des eigentlichen Festes zu verkürzen. Immer öfter versteht man unter dem Begriff aber nicht nur das eigentliche Getränk, sondern auch einen Empfang bei dem auch gerne kleine Appetithäppchen zubereitet werden.

B

Barolo: Trotz einer unwahrscheinlich großen Vielfalt an regionalen Spezialitäten und hochwertigsten Roherzeugnissen, definiert die Gourmetwelt das Piemont durch einen Begriff: „Barolo“. Seit der Mediterranisierung unserer Essgewohnheiten, Mitte des 20.Jahrhunderts, sorgt dieser Ausnahmewein regelmäßig für Furore in den Verkostungsnotizen der Fachpresse. Der Name Barolo lockt uns allerdings auf eine falsche Fährte, denn er bezeichnet nicht wie üblich die zu Grunde liegende Rebsorte. Ähnlich der Klassifizierungen im Bordeaux umreißt er eine kleine, relativ überschaubare Lage um das gleichnamige Städtchen im Langhe-Gebiet. Nahezu ausschließlich dort bieten die Böden und klimatischen Bedingungen die Gegebenheiten für die Züchtung der höchst anspruchsvollen Nebbiolo-Traube. Im Zuge der kometenhaften Karriere dieser Rebsorte starteten Winzer auf der ganzen Welt Versuche zur Kultivierung, die jedoch weitestgehend unbeachtet blieben. Der tiefdunkle Rotwein mit dem Charakter welken Herbstlaubes und dem Aroma reifer Waldfrüchte ist und bleibt das Aushängeschild der Region Piemont.

Brandy: Die Hochburg des größten Weinbrand- Produzenten Europas ist die Stadt Jerez de la Frontera an der Atlantikküste (der Namenszusatz „de la Frontera“= an der Grenze“, weist das Gebiet als lang umkämpfte Zone zwischen Christen und Mauren aus). Jerez, übrigens auch bekannt als legendäre Heimat des Sherrys, produziert 90% des spanischen Brandys. Zudem rühmt sich der hier hergestellte Weinbrand als einziger weltweit mit einer von der EU zugelassenen Herkunftsbezeichnung. Das Erzeugnis Brandy de Jerez und seine Herstellung werden in der Folge von einem Kontrollorgan namens „Consejo Regulador“ unter strengsten Kriterien überwacht. Ein einzigartiges Destillationsverfahren und die ausgeklügelte Lagerung nach der „Solera Methode“ sind das Fundament des harmonisch vollendeten Aromas. Das Geheimnis der Solera-Methode ist keine jahrgangsweise Lagerung, sondern eine mehrstufige Reifung, bei der das Destillat eine Reihe verschiedener Fässer durchläuft. Das frische Destillat aus Behältern der ersten Reihe wird nach einem Jahr teilweise entnommen und mit dem Destillat der zweiten Reihe vermählt. Aus dem Fass der zweiten Reihe wurde zuvor der gleiche Teil in ein Fass der dritten gepumpt. Bisweilen ist dieses Verfahren bei Spitzen- Brandys in bis zu 12 Stufen aufgeteilt. Ausschließlich der Inhalt der letzten Reihe ist Grundlage für das fertige Produkt, welches nochmals zum Teil Jahre oder Monate lagert bevor es auf Flaschen gezogen wird. Ergebnis dieser aufwendigen Herstellungsweise ist eine enorme Aromakonzentration und eine schier unerschöpfliche, geschmackliche Komplexität.

C

Cava: Die hohen Anforderungen, die für Champagner gelten, sind vergleichbar mit denen des spanischen Schaumweines Cava. Dahinter verbirgt sich eine reine Qualitäts- und keine Herkunftsbezeichnung. Wie bei spanischen Weinen sind hier auch die Zusätze Reserva und Gran Reserva gebräuchlich, die den jeweiligen Cava als besonders lang gereift ausweisen.

Champagner: Die Heimat des Champagner ist Frankreich. Champagner ist der bekannteste und renommierteste Schaumwein überhaupt. Allerdings dürfen sich auch nur die Schäumer dieses edlen Namens rühmen, die aus der Region Champagne stammen. Die Qualitätsbezeichnung für Schaumweine, deren Herkunftsgebiet außerhalb dieser weltberühmten Gegend liegt, lautet Crémant.

D

Demi: Abkürzung für „Demi Bouteille“ (aus dem Französischen für „halbe Flasche“). Demi ist bei Wein & Champagner die Abkürzung für eine Flasche mit verminderter Größe gegenüber der Standdardflaschen. Meist fasst eine Demi einen Inhalt von 350 oder 375 ml. Standardflaschen haben einen Inhalt von 700 – 750 ml.

Dosenbrot: In Deutschland gibt es mehr als 300 Brotsorten. Damit sind wir weltweit absoluter Spitzenreiter in punkto „Brotvielfalt“. Laut Verbraucherbefragung der CMA-Marktforschung kommt bei 94% der Bundesbürger täglich Brot auf den Tisch. 83% der Deutschen vermissen „ihr“ Brot im Ausland. Das hat eine Meinungsumfrage der CMA-/ZMP-Marktforschung ergeben. Daraus entstand die Idee das Brot in einem Behälter haltbar zu machen. Die Konservendose eignet sich dazu hervorragend. Denn Sie ist stabil und luftdicht. Es gibt mehrere Verfahren um die Haltbarkeit zu gewährleisten. Entweder durch Zugabe von Konservierungsmittel, nachträgliche Sterilisation oder andere spezielle Backverfahren, in denen das Brot in der Dose gebacken wird.

E

Esskultur: Die Esskultur umfasst nicht nur den Inhalt der Ernährung eines Kulturkreises, sondern darüber hinaus auch das Umfeld der Nahrungsaufnahme (z.B. Rituale, Sitten oder Dekoration). Seit der Antike sind Essgewohnheiten mit dem sozialen Status verbunden. Hektik und Stress des modernen Alltags haben zur fortschreitenden Entwicklung von Fastfood oder Fertignahrung geführt und damit zu einem Verlust der beschriebenen Esskultur. Es gibt jedoch ebenso Gegenbewegungen (z.B. Slow Food), welche sich gegen den Verlust der Esskultur wehren und für einen Erhalt dieser arbeiten.

F

Fino: Eine Handelsbezeichnung des Sherry. Fino-Sherrys reifen ohne oxidativen Einfluss. So entsteht ein heller, strohgelber Sherry, der mindestens 3 Jahre nach der Solera-Methode behandelt wurde. Zudem bildet der Fino die Vorstufe für den Amontillado oder Palo Cortado. Man könnte den Fino deshalb auch als typischen Einstiegswein im Bereich der Sherry-Produktion bezeichnen.

Fleur de sel: (zu Deutsch „die Salzblume“) ist das kostbarste Meersalz der Welt. Gourmets schwärmen ehrfürchtig vom „weißen Gold“, von der „Königin“ oder dem „Kaviar unter den Salzen“, sobald man sie auf dieses sehr gefragte Naturprodukt anspricht. Dabei ist die Herstellung dieses Feinschmeckersalzes, welches vorwiegend in bestimmten Küstengebieten Frankreichs, Spaniens und Portugals angeboten wird, alles andere als aufwendig. Es braucht lediglich ein Auffangbecken an einem besonders flachen Küstenteil, spezielle klimatische Bedingungen und die Geduld des „Paludiers“, wie die Salzgärtner in Frankreich bezeichnet werden. Echtes Fleur de sel adelt jede Speise und wird in der Regel ausschließlich zum Abschmecken bei Tisch verwendet, denn der Kochvorgang würde die vielen feinen Geschmacksnuancen zerstören.

G

Grappa: Die Grappa ist entgegen dem hiesigen Sprachgebrauch (der Grappa) eine weibliche Spirituose und leitet sich vom spätlateinischen Wort grappulus (die Traube) ab. Obwohl erst zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert namentlich erwähnt, liegen die Wurzeln dieses Tresterbrandes viel weiter zurück. Wann und wo die Grappa ihre Geburt erfuhr können wir nicht eindeutig beantworten, jedoch darf man die kargen Berglandschaften Norditaliens als sehr wahrscheinliche Wiege dieser Spirituose bezeichnen. Die hier ansässigen Bauern zeichneten sich vor allem durch ihr Talent als Resteverwerter aus. Die Berge lieferten, im Gegensatz zum sehr fruchtbaren übrigen Italien, nur wenig Ertrag. Außerdem mögen wohl die besonders kalten Winter das Bedürfnis der Bauern gestärkt haben sich öfter auch etwas von innen zu wärmen. So begann man aus dem Trester, der bisher nur als Abfallprodukt bei der Weinherstellung galt, einen Branntwein herzustellen, den man zunächst „Feuerwasser aus Trester“ bezeichnete. Recht schnell florierte ein reger Handel mit diesem Destillat, welcher alsbald von den Behörden reglementiert wurde. Bis heute wird insbesondere der Handel mit Grappa vom italienischen Fiskus strengstens überwacht, kontrolliert und besteuert. Die Kometenhafte Karriere der Grappa begann allerdings erst im letzten Jahrhundert. Und das zu einer Zeit, als man diese Spirituose eigentlich schon fast wieder vergessen hatte. Im Zuge der Ausbreitung der italienische Küche in den 1960er Jahren und dank der Beharrlichkeit einiger weniger Brennmeister, die ihre Destillate stetig verfeinert und verbessert hatten, begann die Grappa ihren Siegeszug über den Erdball. Von ehemals 200.000 Grappaioli existieren mittlerweile nur noch etwas über 100 Brennereien, die sich mit der Herstellung der Spirituose beschäftigen.

Gianduia: Da, zu der Zeit Napoleons, hohe Zölle auf amerikanische Kakao-Importe erhoben wurden, begann man die Schokolade mit gemahlenen Haselnüssen zu strecken. Diese Rezeptur wurde verfeinert und bürgerte sich schnell als eigenständige Spezialität ein. Aus dem Französischen haben wir das Wort „Nugat“ oder „Nougat“ übernommen, meinen damit jedoch meist das gleiche wie die Italiener im romanischen Sprachgebrauch: Gianduia! Auch heute noch gilt die cremige Schokolade aus Turin als eine der Besten. In erster Linie verdankt sie dies der Tonda Gentile, einer örtlichen Nuss-Sorte, die sich durch einen gehobenen Geschmack auszeichnet. Die wahrscheinlich berühmteste Haselnusspraline verdanken wir der Confiserie Caffarel. Die legendäre Gianduiotto-Gießpraline trat erstmals 1865 während des Karnevals in Erscheinung. Vorbild und Namensgeber war die traditionelle Theatermaske Gianduja, welche auf der Person des „Gian de la Duja“ beruhen soll. Der lebenslustige, lokale Bauer war vor allen Dingen aufgrund seiner vom Wein geröteten Wangen bekannt. Für die Stadt Turin und die Region Piemont ist die Maske Sinnbild für die Unabhängigkeitskriege, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts ausgefochten wurden. Der typische Dreispitz des Gian mag dabei wohl die wichtigste Inspiration für die Praline gewesen sein.

H

Haute Cuisine (La Haute Cuisine): Die Haute Cuisine („Hohe Küche“) bedeutet per Definition ein kulinarisches Erlebnis, das mit den bestmöglichen Zutaten und einem Optimum an Kenntnissen und Fähigkeiten zubereitet wurde. Die französische Sprache stellt eine überwältigende Mehrheit der gastronomischen Fachausdrücke und die Küche der „Grande Nation“ vertritt, nach wie vor, für die westliche Welt den Führungsanspruch dieser hohen Kunst. Diesen Status erhält sie sich dank einer Vielzahl von einflussreichen Köchen, die über Jahrhunderte diesen Ruf gefestigt haben. Angefangen bei Guillaume Tirel, der im 14.Jahrhundert eines der ersten Kochbücher verfasst haben soll, über Auguste Escoffier, ein Meisterkoch des 19. und 20. Jahrhunderts, bis hin zum Vertreter der Moderne Paul Bocuse, der fälschlicherweise oft als Begründer der „ Nouvelle Cuisine“ genannt wird. Zwar entspricht die heutige Wirklichkeit des kulinarischen Frankreichs nicht mehr ganz dem historischen Begriff der „Haute Cuisine“ und seiner Klassifikationen, die Grundsäulen dieser Lehre blieben jedoch erhalten und werden von modernen Spitzenköchen als verbindlich aufgefasst. Die Basis dieser extraordinären Esskultur ist jedoch nicht nur das Wissen um die Zubereitung, sondern vielmehr der Reichtum an erstklassigen Nahrungsmitteln und ausgezeichneten Weinen in der französischen Küche.

I

In vino veritas: Aus dem Lateinischen. Bedeutet übersetzt: „Im Wein liegt die Wahrheit“. Der Satz ist zurückzuführen auf einen römischen Historiker, der beobachtete, dass die germanischen Völker bei ihren Ratssitzungen stets reichliche Mengen an Wein ausschenkten. Dahinter stand die Meinung, dass man im betrunkenen Zustand weniger gut in der Lage sei zu lügen. In anderen Ländern gibt es übrigens sehr ähnliche Aussprüche, die den gleichen Sachverhalt beschreiben. Heute wird der Satz eher von Genussmenschen benutzt um die Anziehungskraft und Faszination des Weintrinkens in den Vordergrund zu stellen.

J

Jahrgang (Wein): Beim Wein umfasst der betreffende Jahrgang die Gesamtheit aller Trauben bzw. Weine, die in einer bestimmten Reifeperiode oder Wirtschaftsjahr geerntet bzw. gekeltert wurden. Die Angabe des Jahrgangs ist in der EU nur bei Weinen mit Qualitäts- oder Herkunftsbezeichnung erlaubt. Während es bei einfachen Tafelweinen üblich ist den Jahrgang nicht zu nennen, um dem Verbraucher eine gleichbleibende Qualität der unterschiedlichen Jahrgänge zu suggerieren, gibt es auch besonders hohe Qualitätsstufen, die auf die Ausweisung des Jahrgangs verzichten (z.B. Champagner oder Portwein).      

K

Ketchup (oder Ketschup): Ist eine beliebte Würzsauce bestehend aus Tomatenmark, Essig, Zucker, Salz und Gewürzen. Ketchup gibt es in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen. Die Sauce ist in erster Linie der Fast Food Küche zuzuordnen, kommt jedoch ebenfalls beim alltäglichen Kochen häufig zum Einsatz oder ist häufig ein Begleiter beim Grillen. In Deutschland verbreitete sich das Produkt vor allen Dingen in den 1950er Jahren durch die Besatzung britischer und amerikanischer Soldaten und durch die Anwendung bei der bekannten deutschen Spezialität „Currywurst“. Mittlerweile gibt es sogar im Gourmetbereich interessante Kreationen, wie z.B. ein Ketchup mit Balsamico.

L

Lecker: Das Wort lecker bedeutet soviel wie „gut schmeckend“. Synonyme sind „appetitlich“, „wohlschmeckend“ oder „schmackhaft“. Umgangssprachlich wird „lecker“ ebenso als gleichbedeutend mit „reizend“ oder „nett anzusehen“ verwendet. Das Wort leitet sich ab vom mittelhochdeutschen „lecker“ und bezeichnete zur damaligen Zeit etwas das „gut zu lecken ist“.

M

Magnum: Der Begriff bezeichnet in der Weinwelt eine Flasche mit einem Inhalt von 1,5 Liter. Es handelt sich also um die doppelte Menge einer Standardflasche (meist 700-750 ml). Magnumflaschen sind sehr verbreitet und werden von vielen Weingütern in Ergänzung zur Standardflasche abgefüllt. Alle anderen Flaschengrößen wie Jeroboam (3 Liter), Rehoboam (5 Liter), Methusalem (6 Liter), Salmanazar (9 Liter), Balthazar (12 Liter), Nebukadnezar (15 Liter) oder Goliath (18 Liter) werden hingegen in kleineren Weingütern nur selten abgefüllt, da die Nachfrage zu gering ist.

N

Nudel: Die Nudel ist eine beliebig geformte Teigware, die vor dem Essen gekocht wird. Bei der Herstellung wird keine Gärung und kein Backen angewendet, weshalb die Namen Dampfnudel, Schupfnudel oder Rohrnudel, keine Nudel im engeren Sinne meinen und irreführend gebraucht werden. Diese Bezeichnungen sind vermutlich zurückzuführen auf die Wortherkunft. Das Wort „Nudel“ ist sehr wahrscheinlich eine Ableitung des Wortes „Knödel“. Knödel wiederum gehört zu einem großen Wortstamm, dessen Wörter stets mit der Silbe „Kn“ beginnen. Die Silbe steht in diesem Zusammenhang immer für eine Verbreiterung oder Verdickung, die bei der beschriebenen Sache vorliegt (siehe auch Knopf, Knüppel oder Knoten). Der Nudel wird nachgesagt, dass Sie glücklich mache. Dies liegt daran, dass sie Kohlehydrate enthält, die im Körper begünstigen, dass das sogenannte Serotonin hergestellt wird. Dieser Stoff sorgt im Gehirn für eine stimmungsaufhellende Wirkung.

O

Olivenöl: Während viele Trends aus der mediterranen Küche kommen und gehen, konnte sich ein Produkt auf dem Markt etablieren, bzw. ist kaum noch aus dem täglichen Gebrauch wegzudenken. Olivenöl ist nicht nur wohlschmeckend, sondern verfügt außerdem über eine Reihe von gesundheitsfördernden Eigenschaften. So senkt es nachweislich den Cholesterinspiegel und stärkt den Kreislauf. Doch beim Kauf von Olivenöl gilt es fein zu unterscheiden. Das rät auch die Stiftung Warentest in ihren Berichten. Hier wurde ein Drittel der geprüften Öle mit gehobener Güteklasse als „mangelhaft“ bewertet. Grund genug für uns, einmal Licht in den Dschungel aus Qualitäts- und Herkunftsbezeichnungen zu bringen. Dabei betrachten wir im Moment nur die derzeit viel diskutierten Klassen I-III, im Einzelnen entsprechen diese den Bezeichnungen: “Natives Olivenöl extra“, “Natives Olivenöl“, und „gewöhnliches natives Olivenöl“, wovon ersteres der höchsten Qualitätsstufe entspricht.

Andere Bezeichnungen für dieses hochwertigste Öl können “Extra Vergine“ (italienisch), „Virgin Extra“(spanisch) oder „Extra Virgem“( portugiesisch) sein. Ein Olivenöl dieser Qualitätsstufe wird in der Regel kalt gepresst oder zumindest ohne übermäßige Temperatureinwirkung schonend hergestellt. Das besagen die EU- Richtlinien, deren Einhaltung immer noch nicht streng genug kontrolliert wird. Neben der Herstellungsweise wirkt sich auch die Wahl der Frucht auf den Geschmack aus. Das Öl darf fruchtig, süß, herb, nussig und sogar bitter, aber niemals ranzig auf der Zunge liegen. In der Farbe variiert es zwischen grün und goldgelb. Im ungefilterten Zustand ist eine Trübung nicht ungewöhnlich oder bedenklich. Im Gegenteil darf der Verbraucher mit größerer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich hier um ein hochwertiges und ursprüngliches Öl handelt.

P

Prosecco: Es ist noch gar nicht so lange her, dass wir diesen Artikel komplett überarbeiten mussten. Denn das italienische Landwirtschaftsministerium hat einfach einmal eine Rebsorte umbenannt. Seit dem 1. Januar 2010 bezeichnet der Name Prosecco nicht mehr eine Rebsorte, sondern ist ausschließlich eine Herkunftsbezeichnung. Die Rebsorte, die bis hierhin auf den Namen „Prosecco“ hörte, nennt sich nun „Glera“. Sonst hat sich nicht viel geändert, außer das der beliebte Schaumwein nun (ähnlich wie Champagner) nur aus einer bestimmten Region stammen darf. Gemeint ist die Gegend um die Gemeinden Valdobbiadene und Conegliano. Mit dem Namen „Prosecco“ erwartet der hiesige Gaumen einen gefälligen, fruchtigen Schaumwein, doch wer diesen haben will sollte genau auf den Zusatz „Spumante“ achten. Nur dann verfügt der Wein über ausreichend Druck und darf sich als Sekt bezeichnen. Weitere Abstufungen sind Prosecco „frizzante“ (ein Perlwein mit weniger Kohlensäure) und Prosecco als Stillwein, welcher jedoch selten in hiesigen Weinregalen zu finden ist.  

Piemont: “Das Land am Fuße der Berge“ bedeutet der Name Piemont (oder ital. Piemonte) wörtlich übersetzt, zu dessen bekanntesten Metropolen wohl die Hauptstadt Turin gehört, welche zudem eine eigene der 8 Provinzen dieser Region bildet. Eingebettet zwischen den Alpen im Norden und dem Apennin im Süden, verfügt das Piemont über besondere klimatische Vorzüge, die insbesondere den Anbau einiger weltberühmter Weintrauben begünstigen. Denn dank dieser geografischen Lage freuen sich die piemontesischen Winzer über einen extrem warmen Sommer und einen nahezu kontinental kalten Winter, was zum Einen das Gedeihen der Weinreben und zum Anderen ihre Regeneration begünstigt. Die wohl bekanntesten Rebsorten und Grundlagen für die Spitzenweine dieser Gegend sind nach wie vor die Barbera- und Nebbiolo-Traube.

Q

Qualität: Wird hergeleitet vom Lateinischen „qualitas“ (= Beschaffenheit oder Zustand). In der heutigen Zeit wird Qualität dank ISO, DIN oder IEC-Normierung zu einem leicht messbaren Wert. Obwohl der Begriff laut seiner Bedeutung zunächst einmal neutral ist, wird er im heutigen Sprachgebrauch meist wertend und sehr subjektiv eingesetzt. So versteht man z.B. den Begriff Qualität als direktes Gegenstück zum Wort „Quantität“, welcher jedoch nur die Menge von Eigenschaften ausdrücken soll. Qualität ist in unserer Auffassung also ein Synonym für Güte geworden. Wir reden von einer „guten“ oder „schlechten“ Qualität. Dieses Verständnis überträgt sich denn auch nahtlos auf den wirtschaftlichen Sektor mit allen Produkten- und Dienstleistungen. Bei Apropos Geschenk gilt unser Versprechen: Wir setzen alles daran Ihnen nur eine Qualität anzubieten – Die Beste!

R

Roséwein: Viele Namen zieren sein Etikett. Traditionelle Bezeichnungen lauten „Weißherbst“ oder „Schillerwein“. Während in Spanien die Rede vom „Rosado“ ist, spricht man in Italien vom „Rosato“ und „Chiaretto“. Der Amerikaner hingegen nennt ihn „Blush“. In Österreich erhalten wir schließlich Aufschluss über die Herstellungsweise des Rosé. Dort wird der erfrischende Wein als „Gleichgepresster“ angepriesen. Vereinfacht also, ein Rotwein der wie ein Weißwein behandelt wird. Der Saft wird nach dem Einmaischen nur kurz mit den farbigen Schalen stehen gelassen und nach der Trennung vom Most vergoren. Weingurus nehmen ihn nicht ernst. Der amerikanische Weinpapst Robert Parker zum Beispiel ignoriert seit Jahren den rosafarbenen Trendwein. Also lieber die Finger weglassen? Ganz im Gegenteil! gerade dieser Umstand ist die große Stärke des Rosé, der auf eine stetig wachsende Fangemeinde schaut. Denn er nimmt sich nicht allzu ernst und will eigentlich nur Eines: Freude verbreiten!

S

Sektsteuer: Der korrekte Name lautet Schaumweinsteuer. Es handelt sich hierbei um eine Bundessteuer in Deutschland die zu der Gattung der Verbrauchssteuern gehört. Diese Steuer wird (vereinfacht erklärt) auf Sekt erhoben, der über den typischen Stopfen mit Haltvorrichtung verfügt und in der Flasche einen Überdruck von 3 bar besitzt. Ihren Ursprung hat die Steuer im Jahre 1902. Sie wurde seinerzeit eingeführt um die kaiserliche Kriegsflotte mitzufinanzieren. 1933 wurde die Steuer kurzfristig ausgesetzt, jedoch 1939 zur Stärkung des Militärs wieder aufgenommen. Die Schaumweinsteuer gilt als eines der besten Beispiele für Steuermaßnahmen, die zweckgebunden eingeführt wurden, jedoch nach dem Wegfall des besonderen Grundes nicht wieder abgeschafft wurden.  

T

Trüffel: Der Trüffel gehört zur Gattung der unterirdischen Schlauchpilze und ist nicht nur einer der kostbarsten sondern auch einer der geheimnisvollsten Speisepilze. Die Römer der Antike nahmen an, dass Trüffel nur unter Bäumen wachsen, in die zuvor der Gott Jupiter seine blitze geschleudert hatte. Heute weiß man zwar, dass der Pilz in Symbiose mit dem Wurzelgeflecht von Eichen, Pappeln und Haselnusssträuchern wächst, trotzdem erweist sich eine wirtschaftliche Aufzucht der Trüffel als nach wie vor schwierig und in den meisten Fällen sind Gastronomen und andere Weiterverarbeiter gezwungen, die Dienste eines professionellen Trüffelsuchers in Anspruch nehmen. Im Gegensatz zu seinem französischen Kollegen, der auf die Nase seiner Trüffelschweine vertraut, baut der italienische Trüffeljäger auf den Instinkt seiner ausgebildeten Trüffelhunde. Diese lassen sich zwar leichter von anderen Gerüchen bei der Arbeit ablenken, geben den Trüffel aber im Gegensatz zum Schwein meist freiwillig heraus. Diese haben das Objekt der Begierde oftmals schneller vertilgt als ihr Herr zuschauen kann. Eine übliche Portion Trüffel für 2 Personen (ca.20g) kann bis zu 60 Euro kosten. Umso schwieriger die Beschaffung desto einfacher erweist sich die typische Zubereitung dieser edlen Zutat. In Norditalien z.B. wird der Pilz üblicherweise mit Omelette und Spiegelei zubereitet oder ganz einfach frisch über die fertige Pasta gerieben.

Tapas: Der deutschen Übersetzung nach handelt es sich um einen „Deckel“ oder eine „Abdeckung“. In diesem eigentlichen Sinne des Wortes benutzt man es jedoch nur noch in Lateinamerika. Dem Rest der Welt dürfte inzwischen bekannt sein, dass es sich bei einer „Tapa“ (Plural: Tapas) um ein pikantes kleines Häppchen aus der spanischen Küche handelt, das in verschiedenen Spielarten dargereicht wird. Wie bei so vielen Spezialitäten ranken sich auch hier wieder kuriose Geschichten und Legenden um die Entstehung dieser Mini-Speisen. Angeblich soll der König von Kastillien im 13. Jahrhundert ein Gesetz erlassen haben, das dem Volk vorschrieb, Wein nur noch in Verbindung mit einer Kleinigkeit zu Essen zu sich zu nehmen, da er selbst durch eine Krankheit gezwungen war sich so zu ernähren. Aber sind wir mal ehrlich: Ob der Begriff nun auf die kleinen Imbisse zurückgeht, die die Feldarbeiter zu sich nahmen um die Zeit bis zur nächsten Mahlzeit zu überbrücken oder ob es sich tatsächlich zunächst nur um eine Olive handelte die eigentlich dazu diente, den Deckel auf alkoholische Getränken zu beschweren, kann uns im Prinzip egal sein. Wir sind in jedem Fall froh, dass Jahr für Jahr begeisterte Urlauber mit köstlichen Rezepten ins Heimatland zurückkehren, um diese zu verbreiten.

U

Urlaub: entstammt dem mittelhochdeutschen „urloup“, demnach bedeutet es „Abschied“ oder die „Erlaubnis zu gehen“. Wir finden nach all den Strapazen des Alltages haben Sie sich einen Tapetenwechsel redlich verdient, also entlassen wir Sie nun in die wohlverdienten Ferien.

V

Veuve Cliquot Ponsardin: Hinter diesem Namen steht ein der bekanntetsten Champagnermarken der Welt. Die Kellerei liegt in Reims in der französischen Provinz Champagne. Nur eine Qualität - die allerbeste" - so lautet die Maxime des Champagnerhauses Veuve Clicquot Ponsardin. Mit dem Antrieb Qualität vor Quantität wurde das Unternehmen vor 230 Jahren gegründet. Im Alter von nur 27 Jahren übernahm die Witwe, Nicole Clicquot Ponsardin, die Geschäftsführung des Hauses und wurde so eine der ersten Unternehmerinnen der Region. Die Erzeugnisse von Veuve Clicquot sind das wertvolle Erbe der Witwe Clicquot. Die 286 Hektar Weinberge befinden sich in bester Lage und wurden fast alle noch von Madame Clicquot persönlich erworben.

W

Wellness: Zusammengesetzt aus den englischen Begriffen „Wellbeing und Fitness“ bzw. „Wellbeing und Happyness“ wird das Modewort „Wellness“ dieser Tage geradezu inflationär eingesetzt. Findige Marketingstrategen übertragen die Idee von einem ganzheitlichen Gesundheitskonzept für Körper und Seele mittlerweile auf einfachstes Mineralwasser und Trocken- Müsli. Kein noch so versierter Werbe- Texter wird jedoch herausfinden, was für Sie Entspannung und Zufriedenheit bedeutet. Deshalb gönnen Sie sich die Zeit um es herauszufinden und errichten Sie eine persönliche Wellness- Oase, in die Sie sich gerne zurückziehen werden.

X

Ximénez, Pedro: Der Name Pedro Ximénez bezeichnet eine Weißweintraube, welche in Spanien die Basis für den gleichnamigen Sherry ist. Insbesondere in Jerez wird aus dieser Rebsorte ein sehr üppiger, süßer Sherry hergestellt. Kleine Anekdote: Der Name leitet sich vom deutschen Namen „Peter Siemens“ ab. Denn genau dieser soll die seltene Traube in Spanien eingeführt haben. Die Pedro Ximénez ist deshalb auch stark artverwandt mit der hiesigen Rebsorte „Riesling“.

Y

Yakitori: Ist ein ein japanischer Grillspieß, der wahlweise mit Fisch, Fleisch oder Gemüse befüllt wird. Die Spieße werden mit Salz und einer würzigen Soße serviert, die u.a. aus Reiswein, Sojasauce und Zucker besteht. Ursprünglich wird der klassische Spieß nur mit Hühnchen und Gemüse befüllt. Mittlerweile hat sich der Begriff in Japan jedoch für alle Arten von Speisen eingebürgert, die auf einem Spieß (japanisch = kushi) gegrillt und serviert werden.

Z

Zunge: In einem richtigen Lexikon werden Sie lesen, dass die Zunge ein länglicher und von Schleimhaut überzogener Muskelkörper ist, der am Kauen, Schlucken und an der Sinneswahrnehmung des Schmeckens beteiligt ist. Wir sagen jedoch, es handelt sich um die Pforte in die Welt des Genusses. Es ist der erste Teil der mit einer Speise, einem Wein oder einem Destillat in Berührung kommt. Es ist der Ort wo die Schokolade schmilzt, wo die Säure prickelt und wo die Schärfe brennt. Achten Sie gut auf Ihre Zunge und verwöhnen Sie diesen Teil Ihres Körpers nicht zu selten…